Über Uns

Wir kochen mit der Sonne

Brennholzsammeln in Nepal
Brennholzsammeln in Nepal

Unter dem Motto „Helfen statt Haben“ engagieren sich Schüler und Lehrer der Staatlichen Berufsschule Altötting http://www.bsaoe.de seit Ende der siebziger Jahre in verschiedenen  Entwicklungshilfeprojekten in Peru, Tansania und Togo. Durch diese Kontakte sind wir auf die Problematik der Brennholzkrise mit all ihren Folgen für Mensch und Umwelt aufmerksam geworden. Wir haben deshalb einen von Dr. Dieter Seifert entwickelten Parabolsolarkocher  in die Entwicklungshilfeaktivitäten mit aufgenommen. Daraus entstand EG-Solar e.V., der 1993 als gemeinnütziger Verein in das Vereinsregister aufgenommen wurde. Der Verein hat weltweit aktuell 160 Mitglieder.

Unsere Solarkocher haben sich inzwischen beim Einsatz in über 80 Ländern wegen ihrer einfachen Konstruktion und großen Effektivität vielfach bewährt. Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt EG Solar die Gründung und den nachhaltigen Betrieb von Partnerwerkstätten in aller Welt mit Know-how, Werkzeug und Materialspenden, sowie Ausbildung durch unsere Experten. Unsere Partnerwerkstätten haben so bereits ca. 40.000 Parabolsolarkocher gebaut.

In Zusammenarbeit mit der Berufsschule Altötting entwickeln wir die Solarkochermodelle ständig weiter und passen sie den Bedürfnissen an. Rückmeldungen aus vielen Regionen der Welt, Berichte und Fotos von Solarkochereinsätzen unter verschiedenen klimatischen und kulturellen Bedingungen helfen uns dabei.

 

Warum ist die Verbreitung des solaren Kochens so wichtig?

Drei-Steine-Feuer
Drei-Steine-Feuer

„Grillen ist eine feine Sache – an einem lauen Abend mit Freunden. Für 2,5 Milliarden Menschen in Entwicklungs­ländern ist das kein Vergnügen. Sie müssen ihre Mahlzeiten immer auf offenem Feuer oder ineffizienten Herden zubereiten. Der beißende Rauch reizt die Atemwege, die Menschen husten, ihre Augen tränen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jährlich 1,6 Millionen Menschen an giftigem Rauch sterben, darunter 800.000 Kinder und 600.000 Frauen. Kochen tötet somit mehr Menschen als Malaria.“ greenpeace magazin 6.11

 

 

 

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Das traditionelle Kochen mit Brennholz oder Holzkohle ist problematisch:

• Zweieinhalb Milliarden Menschen weltweit sind zum Kochen auf Brennholz oder Holzkohle angewiesen.
• Der Holznachwuchs kann mit dem Verbrauch nicht mithalten.
• Die Folgen der Abholzung sind dramatisch: Baumlose Steppen, Bodenerosion, Sinken des Grundwasserspiegels, Verarmung der Böden, Wüstenbildung, Landflucht …
• Hoher CO2-Ausstoß und Rußbildung schädigen das Klima.
• Frauen und Kinder müssen für das Brennholzsammeln immer weitere Wege in Kauf nehmen.
• Landminen stellen dabei oft ein hohes Risiko dar.
• Die zunehmende Brennstoffknappheit führt zu horrenden Preisen für Brennstoffe.
• Giftige Rauchabgase und Ruß der traditionellen Kochstellen schädigen Augen, Lunge und Atemwege.

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Kochen Äthiopien

Der Einsatz geeigneter Solarkocher

• erhält den Baumbestand (erfolgreiche Aufforstung wird möglich, Vieh-Dung wird nicht verbrannt sondern als Dünger genutzt, CO2 wird verringert)
• fördert die Gesundheit vor allem der Frauen und Kinder:

– Kochen in sauberer Luft (kein Rauch, keine schädlichen Gase)
– Förderung der Hygiene durch Abkochen von Wasser
– Konservieren von Lebensmitteln und Sterilisieren medizinischer Geräte
– Vermeidung von Verbrennungen an offener Kochstelle
– Vermeidung von Kerosinvergiftungen oder -feuern

• entlastet Frauen und Kinder vom zeitraubenden Holzsammeln. Kinder finden Zeit zum Schulbesuch, Frauen zur Erwerbstätigkeit.
• bringt langfristig enorme Zeit- und Geldersparnisse
• schafft Arbeitsplätze bei der Herstellung vor Ort, wird so für Einheimische bezahlbar.
• für gewerbliche Zwecke wie Tee- und Garküchen, Kaffee rösten, Färberei, Flechtarbeiten ist möglich.
• verbessert insgesamt die Lebensbedingungen auf dem Land und beugt somit der Landflucht vor.

Kaffeerösten
Kaffee rösten und kochen in Äthiopien

Flyer EG-Solar e.V.

Flyer EG-Solar

Flyer EG-Solar englisch

Auszeichnungen

EG Solar e.V. wurde im Laufe seines Bestehens mehrfach ausgezeichnet:

2012    Utopia Award in der Kategorie zukunftsweisende Produkte

Utopia-Award 2012
Utopia-Award 2012

Laudator Leonhard Graf von Harrach, Tesla Deutschland-Chef (links im Bild), beglückwünschte Hans Michlbauer vom EG-Solar e.V. zum 1.Platz und würdigte die Umsetzung einer visionären Idee. Der Solarkocher sei eine ernstzunehmende Alternative zur Nutzung fossiler Brennstoffe bei einer Tätigkeit, die täglich Milliarden von Menschen verrichten: Kochen. Als solche entlastet die Erfindung insbesondere Frauen und Kinder in Ländern mit Brennstoffmangel vom täglichen Holzsammeln und von gesundheitsschädlicher Nahrungszubereitung in rauchigem Qualm.

2002    Deutscher Solarpreis, von Eurosolar für Netzwerk von Selbsthilfewerkstätten in Entwicklungsländern

2001    Conservation and Environmental Grants, Ford Motor Company

1999    Sozialpreis des Landkreises Altötting für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe und Jugendarbeit

1991    Tutzinger Stiftung für Umweltbildung, Preis für ungewöhnliche und mutige Wege in der Umweltbidung

Satzung von EG-Solar e.V.

§ 2 Aufgabe und Zweck

Der Verein unterstützt weltweit Hilfsbedürftige, um ihnen durch Hilfe zur Selbsthilfe ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordenung, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

Seine Aufgaben sind im besonderen:

Förderung von wirtschaftlichen und sozialen Selbsthilfevorhaben im Umweltschutzbereich, insbesondere bei der Nutzung der Sonnenenergie für Kochzwecke.

Dies geschieht durch Technologietransfer, wo nötig auch durch direkte finanzielle und materielle Unterstützung entsprechender Projekte. Empfänger von Fördermitteln verpflichten sich, dem Verein über die Verwendung der Mittel Rechenschaft abzulegen.

Die Verbesserung der Umweltbildung und -ausbildung, durch

  • die weltweite Verbreitung des Wissens um Sinn, Nutzen und Machbarkeit der Sonnenenergienutzung
  • das Aufzeigen der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bedeutung für den Einzelnen und die Menschheit
  • die Unterstützung bei der Entwicklung selbständiger wirtschaftlicher und sozialer Handlungskompetenz und
  • die praktische Vermittlung notwendiger technischer Fertigkeiten in diesem Bereich,  die auch geeignet sind, berufliche Chancen des einzelnen zu verbessern oder neu zu eröffnen.

Vereinssatzung aktueller Stand

Vorstandschaft

Vorstandschft
Vorstandschft EG-Solar e.V.

Von links:

  • Karl Wittmann (Kassenprüfer)
  • Mario Beier (Schriftführer)
  • Jörg Herrle (2. Vorsitzender)
  • Simone Kopp (Kassiererin)
  • Markus Voglsamer (Beisitzer)
  • Gitti Osl (Kassenprüferin)
  • Erwin Rohrbeck (Beisitzer)
  • Klaus Renno (Beisitzer)
  • Hans Michlbauer (Vorsitzender)